In den vergangenen Jahren hat Yousef Hammoudah die Kunst- und Kulturszene in Berlin maßgeblich mitgeprägt: 2023 eröffnete er als Gründungsdirektor im historischen Kunsthaus Tacheles eine Berliner Dependance für das schwedische Fotomuseum Fotografiska. Mittlerweile verbindet Yousef als Vice President für Brand Development und Community in seiner Arbeit Psychologie, Kunst und Achtsamkeit, mit dem Ziel, transformierende Erlebnisse zu erschaffen.

Wir haben Yousef zum Interview eingeladen, um mehr über sein persönliches Duftempfinden zu erfahren.

Was bedeuten Düfte für dich persönlich?

Düfte sind für mich immer so eine Art Tür, die den Raum nach innen aufmachen. Holz-Düfte, Sandelholz-Düfte, Wald-Noten, die geben mir Ruhe und Klarheit. Zitrus-Düfte und blumige Düfte inspirieren mich und lassen mich träumen. Ich glaube, in der Kombination funktioniert das für mich als kreativen Menschen ganz gut.

Welchen Duft verbindest du mit deiner Kindheit?

Als ich als kleines Kind in Jordanien gelebt habe, gab es einen Jasmin-Strauch vor unserem Haus. Und der hat sehr, sehr stark geduftet. Jedes Mal, wenn ich Jasmin rieche, muss ich daran denken. Auch frisches Brot, Olivenöl und allgemein das typisch orientalische Essen – wie zum Beispiel Hummus – erinnern mich an diese Zeit. Ich war ja nicht so lange in Jordanien, bevor ich nach Deutschland kam. Aber das sind Düfte, die mich an die Heimat erinnern.

Berlin riecht für mich nach Asphalt, nach frischem Regen am See und nach Wald

Wonach riecht die Hauptstadt für dich?

Berlin riecht für mich nach Asphalt, nach frischem Regen am See und nach Wald. Besonders diesen grünen Waldgeruch finde ich sehr schön an Berlin. Aber auch der Fotografiska-Innenhof, wenn gerade eine neue Ausstellung eröffnet wird, erinnert mich an die Hauptstadt. Da gefällt mir diese Kombination aus Papier, Staub und frischer Farbe an der Wand, aber auch Parfum und Blumen. Diese Mischung ergibt einen sehr einzigartigen Duft, der meiner Meinung nach für die Kreativität Berlins steht.

Welches Land hat dich durch das Duftprofil besonders beeindruckt?

Ich war nur einmal in Japan, aber das Duftprofil dieses Landes ist einzigartig. Japan hat mich in Sachen Gerüchen sehr inspiriert: Diese Klarheit, die Sauberkeit, die Frische, der grüne Tee, der Duft von Regen am Berg – das sind für mich Düfte, die ich mit Japan assoziiere und die ich sehr inspirierend und auch so anders finde als die Gerüche, die man sonst so kennt.

Ich mag Gerüche, die man nicht als Gerüche erkennt, sondern als Stimmung, als Erinnerung, als Idee

Was ist dein persönliches Duftempfinden? 

Ich mag Subtilität. Ich mag Gerüche, die man nicht als Gerüche erkennt, sondern als Stimmung, als Erinnerung, als Idee. Ich mag Klarheit in den Gerüchen und Frische – Subtilität trifft es eigentlich ganz gut. Das ist für meinen Geruchssinn heutzutage deutlich angenehmer, als es früher in meinen 20ern der Fall war.

Welchen Duft würdest du gerne einfangen?

Wenn ich einen Duft einfangen könnte, dann wäre das der Duft der aufgehenden Sonne im Regenwald, weil da so viel Freiheit, Unabhängigkeit und Frieden drinsteckt. Und das sind Dinge, die ich mir für mein Leben und für mein Gefühl von Glücklichsein immer sehr, sehr wünsche.

Fotocredits: Max Menning