Es gab eine Zeit, da galt die Treue zum eigenen Parfum als Ausweis maximaler Charakterfestigkeit. Man fand im Idealfall mit Anfang zwanzig die eine, unverwechselbare Duftsignatur, die fortan wie ein unsichtbares Monogramm über der Schlüsselbeinkuhle schwebte. Ein schöner, aber eben auch ein etwas unzeitgemäßer Gedanke. Schließlich wechselt man heute die Identitäten, Stimmungen und Videocall-Hintergründe im Stundentakt – warum also sollte man ausgerechnet beim Riechen monogam bleiben?

Das Konzept der Stunde heißt Scent Layering, das kunstvolle Übereinanderlegen verschiedener Noten, und es funktioniert im Grunde wie ein gut sortierter Kleiderschrank: Was nicht passt, wird passend gemacht. Wer morgens im Büro noch nach kühler Iris und skandinavischer Sachlichkeit duften wollte, kann am Abend eine Schicht schweren Amber oder rauchiges Holz darüberlegen, um der eigenen Melancholie den passenden Rahmen zu geben.

Es ist die olfaktorische Antwort auf eine Welt, die ohnehin ständige Flexibilität verlangt. Besonders mühelos gelingt dieses tagesaktuelle Nachjustieren mit den Duft-Sets von Frau Tonis. Die Sets lassen sich individuell bestücken, was den spielerischen Reiz der Angelegenheit erhöht. Man kann sich wahlweise an der minimalistischen Dreier-Kombination für das Handgepäck versuchen oder gleich das große Besteck im XL-Format wählen. Letzteres enthält neun Flakons und eröffnet mathematisch wie olfaktorisch weit über hundert Kombinationsmöglichkeiten. Man muss sich also nie wieder festlegen. Und das ist in diesen Zeiten ja auch eine ziemliche Erleichterung. Wir plädieren für das Schichten von Düften!